Trooper Factory - Play

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Kratos
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Re: Trooper Factory - Play

#11

Beitrag von Kratos » Do 14. Dez 2017, 19:45

AI042 - Auf der Treppe vor Baracke 3 | bei AI076
042 hörte der tiefen Stimme seines Kameraden zu, und wusste, viel mehr durch das, was er nicht sagte, dass sie sich verstanden. Ganz von hier weg, völlig raus aus allem, was sie kannten, würden sie wohl beide nie können. Sie hatten doch nichts anderes, und was sie hatten war, was sie waren.
Unwillig, und ein wenig zornig richtete er seinen Blick auf 0815. Der Soldat lehnte an der Barackenwand, und sah aus, als würden ihm zwei oder drei Mützen voll Schlaf fehlen.
Ungeachtet der Aussagen seiner Kameraden, stieg ein Knurren in seiner Kehle auf. Langsam hatte er genug. Wieso waren sie alle so versessen darauf, dass man sie angelogen hatte? 049s Tod war schlimm zu ertragen, das wusste er. Aber diese Verleugnung machte es nicht besser - sie war einfach nur ein Zeichen einer kollektiven Schwäche. Einer Schwäche, derer sie sich alle schämen sollten. Er sagte jedoch nichts; wenn 0815 jetzt durchdrehte, dann war er eben nicht stark genug.

AI0815 - an die gemeinsame Wand von Baracke 3 und 4 gelehnt
Kaum waren die Worte heraus, da bereute er auch schon, sie gesprochen zu haben.
Er konnte vor seinem inneren Auge förmlich sehen, wie die anderen über ihn herfielen, und für eine Sekunde begann die Paranoia tatsächlich, die Oberhand zu gewinnen. Er wollte nicht hochsehen, aus Angst, seine Befürchtungen bestätigt zu sehen, sondern klammerte sich noch verzweifelter an sein Gewehr.
Die Fragen der anderen überforderten ihn. Er wusste, dass es nur die beiden Soldatinnen waren, die gefragt hatten, doch in seinem Kopf echoten ihre Stimmen und wurden zu hunderten. In seinem peripheren Sichtfeld sah er, wie 076 nach seiner Waffe griff.
Sein Blut erstarrte, und erst 013, der ihm die Wasserflasche anbot, riss ihn aus seiner Erstarrung. Er schüttelte den Kopf, und schob die Flasche von sich weg. Immer noch zitterte seine Hand. "Ich... hab nichts gesagt", sagte er dann.
Eine faule Ausrede, aber vielleicht würden sie ihm ja glauben. Vielleicht würden sie das alles wirklich nur darauf zurückführen, dass er wahnsinnig wurde.
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AI0408 - auf dem Boden vor Baracke 3

#12

Beitrag von Karou » Fr 22. Dez 2017, 12:58

0408 blinzelte noch immer gegen die Sonne an, um das Geschehen vor ihr verfolgen zu können.
0815 sah noch schlechter aus, als noch vor wenigen Augenblicken. Er schien in seinen eigenen Gedanken gefangen zu sein und von seinen Gefühlen überrannt zu werden.
Ein Knurren lenkte ihre Aufmerksamkeit kurz von 0815 ab, hin zu 042. Dieser war auf der Treppe vor Baracke 3. Er wirke genervt und … zornig. Ihm gefiel offensichtlich nicht, in welche Richtung sich das Gespräch entwickelt hatte.
Eine Bewegung ließ 0408 wieder zu 0815 hinüberblicken. 013 war zu ihm hinübergegangen. Der kurze Moment, in dem 013,0815 seine Wasserflasche anbot, schien ihm die Möglichkeit eines Auswegs zu geben. 0408 hatte das Zittern in 0815s Hand bemerkt kurz bevor er zurückruderte. Es kostete ihn anscheinend alle Kraft seine Fassade aufrecht zu erhalten - sicher bereute er seinen unüberlegten Ausbruch.
0408 wusste das es keinen Sinn hatte weiter nachzuhaken. Es lastete zu viel Druck auf 0815. Was auch immer er ihnen nicht sagte und das ihn so quälte, es wurde unter dem Druck der vielen Augen, die jetzt auf ihn gerichtet waren, nur noch schlimmer.
Sie veränderte ihre Sitzposition etwas und versuchte das Hemd ihrer Uniform etwas über ihren verbrannten Nacken zu ziehen, um ihn vor der Sonne zu schützen. „Lasst es gut sein“ sagte sie so beiläufig wie möglich, als sie damit begann ihre Waffe weiter zu reinigen. „Es waren ein paar harte Tage, für uns alle...“.
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Re: Trooper Factory - Play

#13

Beitrag von Denarya » Mo 25. Dez 2017, 17:22

AI022 || Bei den Baracken & den Anderen
Gedanken kreuzten sich wirr in seinem Kopf. Wie würde es weitergehen? Was war auf dem Einsatz mit 049 geschehen? Und was für Folgen würde das alles noch haben? Vielleicht würde 022 bald von dem getrennt sein, was einer Familie gleichkam – Menschen, mit denen er aufgewachsen war. Seine Einheit. Aber in diesem Moment saßen sie noch gemeinsam zwischen den Baracken drei und vier und kümmerten sich um die Ausrüstung. Und das sollte er auch tun, ermahnte er sich selbst. Keine unnötigen Gedanken über Dinge, auf die er ohnehin keinen Einfluss hatte. Er sollte sich darauf konzentrieren, alles wieder in Form zu bringen.
Neben ihm lagen bereits die gesäuberten Waffen, als Nächstes widmete er sich demnach den Halterungen. Danach die Schuhe. Nur auf die Bewegungen konzentrieren, nicht viel nachdenken; er konnte es ohnehin nicht ändern. Aber so gut diese Devise sonst auch funktionierte, heute wollte es einfach nicht klappen. Die Gedanken hingen an ihm fest wie der Sand Syriens an seinen Schuhen. Die Frage war nur, ob auch an den Fragen, die ihn quälten, Blut klebte.
Er musste dringend mit den Grübeleien aufhören. Ein weiterer Versuch, sich ausschließlich auf die Tätigkeit zu konzentrieren – Blut und Sand von den Waffenhalterungen seiner Ausrüstung entfernen. Das war im Moment das einzige, was wichtig war – jedenfalls versuchte 022, sich davon zu überzeugen. Er hörte die Gespräche, aber er wollte sich nicht beteiligen – zu frisch war all das noch, er fühlte sich nicht fähig, zu denken, sprechen oder fühlen. Er konnte nicht – er wollte nicht – er durfte nicht. Er hatte Befehle. Dazu war er ausgebildet worden, nicht, um sie zu hinterfragen.
Umso erleichterter war er, als 0408 genau das in Worte fasste. Zumindest zustimmen sollte er ihr können; er war immerhin keine komplette Maschine, auch wenn es ihm einfacher schien, eine zu sein. "0408 hat Recht", sagte er, gerade laut genug, sodass es als Beteiligung an der Konversation zählte, "Wir werden noch früh genug erfahren, was Sache ist, und selbst wenn nicht, was für eine Rolle spielt das schon?"
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Dvengar
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AE7080 - Baracken, mit AI0815

#14

Beitrag von Dvengar » Sa 20. Jan 2018, 22:21

Die AI Truppe hatte ihren ersten Einsatz hinter sich gebracht. Endlich. Jetzt würde AE7080 sie nicht mehr wegen Trainingswunden und behandeln müssen. Gleichzeitig bedeutete dies, dass er nun mehr Operationen aufgrund von Kampfverletzungen werde durchführen müssen. Doch das war nicht so schlimm, denn 7080s Lieblingsteil seiner Arbeit als Arzt war das Operieren. Als bester Chirurg im Lager kam ihm zum Glück oft diese Rolle zu. Hingegen hasste er es, wenn er sich um die psychologischen Probleme der Soldaten kümmern musste. Es war alles so… persönlich in diesen Gesprächen und das konnte er als der Mann, der später über Leben und Tod entscheiden würde, nicht gebrauchen. Deshalb machte er sich auch nie die Mühe die Namen der einfachen Trooper zu merken. Die meisten von ihnen würden eh schnell im Kampf oder auch im Training ihr Leben verlieren. Erstaunlicherweise hatte nur ¼ der Soldaten der AI0 Einheit ihr Leben im Training verloren. Woran das lag, wusste 7080 nicht. Vielleicht war es einfach nur Glück, doch er nahm sich vor den Ausbilder danach zu fragen. Es konnte nie schaden dazuzulernen. Doch erst einmal musste er die Nachbehandlung der Truppe hinter sich bringen.
Er trat aus seinem Lazarett, das man wegen der Größe eher als ein Krankenhaus bezeichnen konnte, und ging zu den Barracken. In einiger Entfernung der großen Gebäude blieb er stehen und sah sich nacheinander die Gesichter der Trooper an. Im Laufe der Zeit hatte 7080 ein relativ präzises Gespür dafür entwickelt, wenn ein Soldat nicht mit einem Einsatz fertig und katatonisch wurde. Es gab viele Anzeichen dafür: Sprach er unsicher? War seine Haltung nicht die eines Soldaten? Wirkte er sehr in sich gekehrt? Verhielt er sich vielleicht sogar verdächtig? Auch wenn die Trooper eine lange Ausbildung hinter sich hatten und relativ immun gegenüber psychischen Problemen waren, der erste Einsatz ist immer der, der die meisten Probleme auslöste. Alle weiteren waren nicht mehr so belastend auf die Psyche und irgendwann würde sich eine Routine einstellen. So war es zumindest bei seinen Operationen gewesen und so wird es auch bei den Kampfeinsätzen der normalen Soldaten gewesen sein.
Die meisten der Soldaten der AI0-Einheit schienen in Ordnung zu sein. Er wollte schon erleichtert ausatmen, in der Erwartung wieder in seine Räume zurückkehren zu können und einen positiven Bericht zu schreiben, da sah er zwischen den Baracken 3 und 4 eine Gruppe Soldaten zusammensitzen. Sie pflegten ihre Ausrüstung beinahe so umsichtig, wie er seine Instrumente nach einer Operation zu säubern pflegte. Ein guter Soldat kümmert sich nun einmal um seine Waffen. Doch einer der Soldaten schien sehr mit sich zu ringen. Als er dann noch zusammenzuckte, als einer seiner Kameraden nach dessen eigener Waffe griff, war es klar. Er würde keinen freien Morgen haben. Eine Schande. Er trat näher auf den Soldaten zu, deutete auf ihn und sagte: „Soldat! Kommen sie bitte zur Untersuchung ins Lazarett mit.“ Alle seine Kameraden würden diesen Befehl gehört haben, insbesondere die, die seine Anwesenheit vorher nicht wahrgenommen hatten. Er wartete nicht auf ihr Salutieren vor einem Vorgesetzten, für Formalitäten hatte er nie Zeit gehabt, sondern drehte er sich auf dem Absatz um und machte sich auf den Weg zu seinen Räumen. Der Name des Soldaten war AI0815, doch das interessierte AE7080 im Moment nicht, denn er musste noch kein Formular mit dem Namen des Patienten ausfüllen.
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Nadelpelz
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AI020 - Neben der Treppe von Baracke 3

#15

Beitrag von Nadelpelz » Mo 22. Jan 2018, 19:54

Der Blick der Soldatin ruhte auf 0815. Hinter ihr erklang eine Stimme, die ebenfalls um eine Antwort bat. Was sollte das denn heißen? Es war eine Aussage die nur Fragen aufwarf, Fragen, die sich 020 ungerne stellen wollte und doch wirbelten sie durch ihren Kopf. Unnütze Fragen, auf die es vermutlich eh keine Antworten gab oder Antworten, die sie eigentlich garnicht hören wollte. 013 riss sie aus ihren Gedanken, als er in ihr Blickfeld trat und 0815 etwas zu Trinken anbot. Auf seine Aufforderung, 0815 erstmal in Ruhe zu lassen, senkte 020 ihren Kopf und wannte sich wieder ihrem Sturmgewehr zu. Vielleicht war der Braunhaarige ja nur von der Hitze verwirrte, die unerbitlich auf sie nieder brannte. Doch als 0815 wieder zu sprechen begann wurde ihr Griff um das Gewehr für einen kurzen Moment fester. Was sollte das denn jetzt heißen? 'Ich habe nichts gesagt.' war das dümmste, was sie in letzter Zeit zu hören bekommen hatte. 020 atmete einmal tief durch und entspannte sich wieder. Er hatte damit sicherlich nur sagen wollten, dass er das jetzt nicht erklären wollte. Er hat es einfach nur doof formuliert. beruhigte sich die Soldatin und reinigte ihr Gewehr weiter. 0815 wird uns sicherlich später sagen, was er damit meinte. sie konnte ihren eigenen Gedanken kaum glauben schenken aber sie hatte keine Lust weiter unnötige Fragen zu stellen, dass passte einfach nicht zu ihr. Die Worte von 022 beruhigten 020 etwas. Es klang vernünftig, dass alles einfach auf siech beruhen zu lassen. Was hoffte sie denn schon, aus 0815 raus zu bekommen? Er würde kaum eine der unzähligen Fragen in ihrem Kopf beantworten können, und wenn doch, dann würden die Antworten mit sicherheit nur neue Fragen aufwerfen. Kaum hatte 020 wieder richtig beginnen können, sich auf ihre Ausrüstung zu konzentrieren, da tauchte AE7080 auf. Die Worte ließen sie zusammenzucken und erschrocken aufblicken. Es dauerte nur einen Bruchteil, bis sie sich wieder in den Griff bekommen hatte und erkannte, zu ihrer erleichterung, dass der Artzt sich beriets wieder umgedreht hatte und auf dem Rückweg zum Lazaret war. Ihr Blick schwang kurz darauf zu 0815, der aufgefordert worden war, ihm zu folgen. In 020 breitete sich wieder unruhe aus.
Ha ha said the devil we're nearing home
Siehst du den Berg am Horizont? Das ist meine Heimat, die Heimat aller meinesgleichen. Zu diesem Berg musst du kommen, wenn der Wald in Flammen steht.
Ich werde dort auf dich warten.

~Myosotis~
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Re: Trooper Factory - Play

#16

Beitrag von Alain » So 4. Feb 2018, 18:26

WG1207 - Bei den Baracken | Bei den Troopern >> Trainingsplatz


1207 beobachtete die Trooper mit kühler Gleichgültigkeit. Ihre Gesprächsfetzen, ihre Aufregung, oder ihr offenkundiges Missfallen, des Verhaltens ihres Kameraden wegens, interessierten ihn in etwa so viel, wie die Frage, was jeder einzelne von ihnen heute Morgen gegessen hatte. Er musste darüber nicht nachdenken, er kannte die Wahrheit. Die Wahrheit, die sie nie erfahren sollten.
Einen kurzen Moment lang ruhten seine Augen auf dem Arzt, der AI0815 zu sich gerufen hatte, dann auf dem Trooper selbst. Lästige kleine Unannehmlichkeit. Er wandte sich wieder davon ab.
Wieder einmal hatte der Sicherheitschef bewiesen, dass er eine ganze Weile quasi direkt neben ausgebildeten Elitesoldaten stehen konnte, ohne bemerkt zu werden. Bestimmt zehn Minuten lang hatte er das Treiben beobachtet und zugehört. Er jetzt aber trat er aus den Schatten, die die Baracken warfen, auf die Soldaten zu.
"Trooper," seine Stimmte war ruhig, doch kalt und schneidend. Er schrie nicht, und dennoch klang sie deutlich über ihr Gemurmel und Geflüster hinweg. "Bringt eure Waffen in die Waffenkammer und begebt euch dann umgehend zum Trainingsplatz," sein Befehl war ebenso knapp wie seine Anrede. Zu all dem, was er gehört und gesehen hatte, verlor er kein Wort. Faktisch konnte niemand von ihnen wissen, wie viel ihrer Gespräche er mitbekommen, welche Informationen er als interessant oder verdächtig eingestuft hatte. Sicherlich würde es ihnen Angst machen und dieses Wissen ließ seine Mundwinkel zucken, als er sich von den Soldaten abwandte und zum Trainingsplatz ging.

AI076 - Auf der Treppe von Baracke 3 | Bei 042 >> Waffenkammer >> Trainingsplatz


076 schnaubte abfällig und warf 0815 nur noch einmal einen finsteren Blick über die Schulter zu. So ein unglaublicher Blödsinn, der Kerl sollte sehen, dass er ins Haus kam und sich von der Sonne erholte. Aber naja, schreckhaft und merkwürdig, das war er ja schon immer gewesen. Wie so jemand je zu einem wirklichen Elitesoldaten werden sollte, und vor allem, wie 0815 bisher überlebt hatte, war dem Blonden schleierhaft.
Er nickte 022 und 0408 kurz zu, war in etwa der selben Meinung wir sie beide. Es brachte nichts, weiter darüber zu spekulieren. Wahrscheinlich waren es am Ende nur die Hirngespinste eines Verrückten, der den Druck nicht aushielt. Und selbst wenn nicht, das machte doch keinen Unterschied. Oder...?
Er schüttelte unwillig den Kopf und konzentrierte sich wieder auf seine Waffe, blickte nur kurz auf, als der Arzt kam und 0815 mitnahm. Wahrscheinlich war es das Beste so.
"Solange wir nicht so werden, wie unsere Ausbilderin," murmelte er, möglichst leise, an 042 gewandt, um ihr vorheriges Gespräch wieder aufzunehmen. Ganz so, als wäre nichts geschehen. Er musste glauben, dass es so war.
Eine kalte Stimme riss 076 aus seinen Gedanken, ließ ihn zusammenzucken und Sekundenbruchteile später salutieren. Ein Teil von ihm hätte gerne gewusst, wie der Sicherheitschef es jedes Mal schaffte, unbemerkt an einen Ort zu kommen und jeden mit seiner Anwesenheit zu überraschen, doch er hätte nie gewagt, zu fragen. Stattdessen warf er 042 einen leidenden Blick zu, ehe er seine Waffen zusammenpackte und dem Befehl ihres Vorgesetzten folgte.

AI013 - Zwischen Baracke 3 und 4 | Bei den Anderen >> Waffenkammer >> Trainingsplatz


Der Schwarzhaarige nickte nur leicht, als sein Kamerad antwortete und senkte seinen Arm wieder, trat einige Schritte von ihm zurück und machte sich daran, seine Ausrüstung zusammenzupacken. Fertig gereinigt, ausgebessert und überprüft war sie bereits, jetzt musste nur noch das Sniper-Gewehr wieder auseinander gebaut und in seinen Koffer gepackt werden.
Er drehte leicht den Kopf, salutierte knapp, als AE7080 zu ihnen trat und 0815 aufforderte, mit ihm zu kommen. 013 zog leicht die Augenbrauen zusammen und warf seinem Kameraden einen nachdenklichen Blick zu. Seltsam. Sollte der Arzt ganz zufällig hier vorbei gekommen sein, und bemerkt haben, wie nervös 0815 sich verhielt, oder gab es tatsächlich eine speziell angeordnete Untersuchung, die durchgeführt werden musste -- nur an ihm? Er wandte sich wieder dem Gewehr zu, dessen verlängerten Lauf er gerade abschraubte, um ihn in den Koffer zu packen, und dachte darüber nach. Ein Zufall kam ihm unwahrscheinlich vor, allein deshalb, weil er an so etwas nicht glaubte. Aber was für eine angeordnete Untersuchung sollte das sein, wo 0815 doch, bis auf sein merkwürdiges Verhalten gerade, augenscheinlich nichts fehlte? Aber nun gut, er selbst war kein Arzt, vielleicht gab es da ja doch etwas. Dennoch, ein mulmiges Gefühl blieb bestehen.
Es wurde von der Anwesenheit des Sicherheitschefs nicht verbessert. 013 hatte früh gelernt, dass wo immer dieser Mann auftauchte, Ärger nicht weit sein konnte. Irgendetwas war passiert, doch wagte er nicht zu fragen, was, oder warum nicht ihre Ausbilderin den weiteren Tagesplan mit ihnen verfolgte. Wo er gerade an sie dachte...wo war sie überhaupt?
013 schüttelte leicht den Kopf und seufzte. Es brachte doch jetzt nicht, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Vermutlich war sie einfach nur beschäftigt, mit irgendwas. Was wusste er schon davon, Ausbilder zu sein? Nichts. Also stand er auf und kam dem Befehl weiterhin schweigend nach.

- ansprechbar
»Never forget, Caragor Nr. 3, 2k18«
~
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He comes, he'll go, leave naught behind,
But heartache and woe.

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Re: Trooper Factory - Play

#17

Beitrag von Kratos » Mi 7. Feb 2018, 23:05

AI0815 - an die gemeinsame Wand von Baracke 3 und 4 gelehnt -> AE7080
Wahrscheinlich hatte er wirklich einen Hitzschlag. Er fühlte sich schwach, zittrig. Ihm war schlecht. Nur, dass er nichts erfunden hatte.
Die anderen mussten ihn jetzt für völlig wahnsinnig halten.
Nachdem jedoch zwei der umstehenden bekräftigt hatten, es einfach auf sich beruhen lassen zu können, beruhigte 0815 sich wieder ein wenig. Immer noch wollte er eigentlich nichts lieber als laufen, doch er zwang sich, stehen zu bleiben. Wo sollte er hin? Selbst wenn er an den Grenzwachen vorbeikäme, was schon unrealistisch genug war, dann war hinter den Mauern der Factory doch... nichts. Nur der Tod.
Eine schneidende Stimme riss ihn aus seinen Gedanken, und er spürte, wie seine Schulterblätter sich verkrampften, als seien sie von einem eisigen Windstoß getroffen worden.
Er drehte sich um. Der leitende Arzt der Station stand dort, und befahl ihn zu sich.
Mechanisch setzten sich seine Füße in Bewegung. Er wagte es nicht, den anderen in die Augen zu sehen. Er schämte sich seiner Todesangst.

AI042 | Auf der Treppe von Baracke 3 | Bei 076 >> Waffenkammer >> Trainingsplatz
Es verwunderte 042 überhaupt nicht, dass 0815 einkassiert wurde. So seltsam, wie er sich verhielt, war es offensichtlich, dass irgendjemand ihn hätte zum Lazarett bringen müssen. Am Ende würde er noch sich selbst schaden. Aber offenbar hatte AE7080 schon Wind von der Sache bekommen. Die meisten Hochrangigen schienen Gedanken lesen zu können, und waren da, bevor man sie rief.
042 spürte 076s Unsicherheit, und wollte gerade mit einem halben Grinsen auf dem Gesicht antworten, als sein Lächeln zu Eis gefror. Der Sicherheitschef, der diese unheimliche Fähigkeit hatte, nicht nur Gedanken zu lesen, sondern scheinbar auch durch Wände zu gehen und sich unsichtbar zu machen, hatte gerade seine Tarnhaltung aufgegeben.
Als der Befehl erklang, waren 042s Gedanken wie weggeweht. Er packte seine Sachen zusammen, brachte sie weg, und schneller, als er selbst es überhaupt für möglich gehalten hatte, stand er auf dem Trainingsplatz. Wieder neben 076. Beinahe unbewusst.
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AI0408 - auf dem Boden vor Baracke 3 >> Trainingsplatz

#18

Beitrag von Karou » So 4. Mär 2018, 13:18

Das plötzliche Auftauchen des Arztes hatte 0408 aus ihren Gedanken gerissen. Bevor sie überhaupt vollkommen registriert hatte, dass er da war, hatte er 0815 schon zu sich geordert und war wieder verschwunden. Etwas verwirrt sah sie dem Arzt nach- wo war er so plötzlich hergekommen? Sie sah zu 0815 hinüber, der den Arzt offensichtlich auch nicht hatte kommen sehen. Vielleicht war es für den Soldaten gut, mit einem Arzt zu sprechen, so sichtlich mitgenommen wir er war. Als er sich allerdings in Bewegung setzte, um 7080 zu folgen, fragte sich 0408 allerdings, was ihr hier entging. 0815 wirkte nicht als, ob ihn Hilfe erwartete – eher würde er seinen letzten Gang antreten.
Bevor sie sich weiter in diesen Gedanken vertiefen konnte, war der Sicherheitschef aus den Schatten der Kaserne getreten und hatte ihnen befohlen sich in Bewegung zu setzen. Auch 1207 hatte sie nicht kommen sehen- und auch von den anderen Soldaten hatte ihn niemand entdeckt, bevor er sich zu erkennen gab. Wie war das nur möglich? Sollten sie das nicht besser können? Auch ihm sah 0408 einen kurzen Moment nach, bevor sie sich daran machte, ihre Ausrüstung, die vor ihr auf dem Boden lag, in ihrem Rucksack zu verstauen.
In ihrem Kopf hatten sich die Gedanken überschlagen und es ihr schwer gemacht sich zu konzentrieren. Das hatte zur Folge, dass sie ihren Rucksack falsch belud und so nicht alle Utensilien unterbringen konnte. Frustriert und leicht fluchend, hatte sie ihn noch einmal ausschütten müssen, um ihn neu einzuräumen. Ihr versenkter Nacken brannte bei jeder ihrer Bewegungen. Der Tag konnte eigentlich nur besser werden.
Auf dem Trainingsplatz angekommen, stellte sie sich zu den anderen Soldaten, wartend auf neue Befehle. Befehle waren etwas Gutes. Kein Nachdenken nur handeln.
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AE7080 - Baracken --> Lazarett mit AI0815

#19

Beitrag von Dvengar » Fr 9. Mär 2018, 18:01

Eine leichte Windböe strich durch das Militärlager und 7080 strich sich durchs Haar und spürte die Sandkörner, die zwischen ihnen hingen. Er seufzte, denn Sand in den Haaren hieß, dass er wieder würde duschen müssen. AE7080 war sehr penibel auf seine Reinlichkeit bedacht. Als Chirurg war das im OP unerlässlich, doch im Laufe seiner Ausbildung hatte sich dieses Achten auf Reinlichkeit auf sein Leben außerhalb des Operationssaals ausgedehnt. Unreinheiten mussten gesäubert, Dreck musste entfernt werden. Zur Not auch mit rabiaten Methoden. Oder war sein Reinlichkeitsfimmel schon vor seiner Spezialisierung da gewesen und er war deshalb als Arzt ausgewählt worden? 7080 konnte sich nicht mehr erinnern. Erneut atmete er tief aus, als er zur Seite auf den Trainingsplatz blickte. In Wirklichkeit sah er diesen jedoch nicht sondern blickte aus den Augenwinkeln nach hinten, um zu überprüfen, ob der Soldat, dem er befohlen hatte, ihm zu folgen dies auch wirklich tat. Er war sich sicher, dass dieser einen Befehl nicht ignorieren würde, doch nach dem ersten Kampfeinsatz waren die Rekruten immer unberechenbar. Eine Lektion die er einmal auf die schwere Tour gelernt hatte. Er lächelte. Er hatte seit diesem Vorfall viel gelernt.

Seine Füße trugen AE7080 mit dem Rekruten im Schlepptau in das Lazarett. Im Eingangsbereich lagen seine Patienten. Naja, nicht alle diese Soldaten behandelte er, doch da er der oberste Arzt war, und allen anderen in diesem Zelt Anweisungen geben konnte, waren sie nun einmal auch seine Patienten. Die Stille in diesem Raum war manchen Menschen unangenehm. Mit einem Militär-Krankenhaus verband man nun einmal das Stöhnen der Verwundeten Soldaten, das Piepen der elektrischen Geräte. Doch hier war beinahe kein Laut zu vernehmen, denn die Männer und Frauen die hier lagen waren nun einmal keine normalen Soldaten. Sie waren die Elite. Selbstbewusst schritt 7080 durch diesen Saal und besah sich den einen oder anderen Patienten. Er ließ den Rekruten schmoren, bevor er sich ihm widmen würde. Nach einer Weile jedoch war er am Ende der Bettreihen angelangt, was bedeutete, dass er keinen Vorwand mehr hatte, das Unausweichliche hinauszuzögern. Also macht er sich auf den Weg in sein Büro.
Dort angekommen setzte er sich hinter seinen Schreibtisch und sah den Rekruten auf der anderen Seite an. Der Raum hatte nur einen Stuhl, sodass der Soldat stehen musste. „Nummer?“, fragte AE7080, während er sich Zettel und Stift bereitlegte. Er liebte diese einfache Art, Informationen festzuhalten. Bei all der Technik, die er im Operationssaal hatte, mochte er doch die Einfachheit in anderen Teilen seines Lebens. Sein Büro spiegelte das wider: Keinerlei Bilder hingen an den Wänden, das einzige Mobiliar waren der Schreibtisch sowie sein Schreibtischstuhl und ein Schrank für seine Akten. Wo andere Offiziere ihr Büro mit Gemälden und unnötigem Krimskrams verschönerten, blieb AE7080 schlicht. Da er sowieso wenig Zeit in diesem Raum verbrachte, waren Verzierungen ohnehin unnötig. Sein richtiges Büro war sein Operationssaal und für dessen Ausstattung scheute 7080 keinerlei Kosten und Mühen. Nun sah er in diesem weißen, kahlen Raum zu dem Soldaten auf, der vor ihm stand und fragte sachlich, aber bestimmt: „Wie würden Sie ihre Erfahrungen der letzten Tage beschreiben?“
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Zeitsprung

#20

Beitrag von Kratos » Mo 18. Jun 2018, 11:23

Tageszeit: 21:15, nach Dienstschluss, nach Sonnenuntergang
Wetter: Klare Nacht, 15°c
Handlung: Seit dem Zwischenfall am Morgen, haben die Sergeants weder den Arzt, noch AI0815 wieder gesehen. Seit fünfzehn Minuten ist Dienstschluss, sodass sie alle erneut Zeit haben, sich ihre eigenen Gedanken zu machen.
AufenthaltsmöglichkeitenAnzeigen
Die Trooper können sich in ihren Baracken aufhalten. (Der Einfachheit halber leben unsere Trooper alle in Baracke 3.) Dort sind sie entweder auf ihren Zimmern, oder in den Aufenthaltsräumen. Davon gibt es drei:
Aufenthaltsraum A: Tischkicker, Musicbox, Spielkonsolen und Fernseher (alles mit Kopfhörern, größtenteils militärisch angehauchte Spiele, Fernseher ohne Fernsehempfang)
Aufenthaltsraum B: Küche (inklusive Kühlschrank, Kaffeemaschine (koffeinfrei), Wasserkocher, Mikrowelle, Mixer, Ofen und Induktionsherd), Sitzgelegenheiten
Aufenthaltsraum C: Bücher (wissenschaftlich, unpolitisch, leichte Unterhaltungsliteratur), Sofas, Stereoanlage (kein Radioempfang)
Bis 23:00 darf man sich außerdem noch außerhalb der Baracke auf dem Gelände bewegen.
Die Trainingsräume sind um diese Uhrzeit geschlossen.
Alles ohne Waffen.
Die Höherrangigen Trooper versammeln sich im Büro des Generals.
HandlungsmöglichkeitenAnzeigen
Der Tag war für alle sehr aufwühlend. Neben dem kurzen Intermezzo mit AI0815, der wahrscheinlich einen massiven Sonnenstich hat, oder jetzt endgültig dem Wahnsinn anheim gefallen ist, steht immer noch die Frage, was jeder von ihnen in Zukunft tun soll - ganz abgesehen davon, dass AI0815 zwar wahrscheinlich verrückt ist, aber das unangenehme Bauchgefühl doch irgendwie bleibt.
AI042 - Aufenthaltsraum C - auf einem Sofa
Paul. AI042 pausierte, den Finger auf der Buchseite, auf den Buchstaben, auf dem Wort. Namen waren ein verwirrendes Konzept. Manche Namen hatten irgendeine tiefere Bedeutung, eine Botschaft, oder etwas, was die Eltern ihrem Kind hatten mitgeben wollen. Aber was, wenn sie das nicht wurden? Wenn jemand, der "der Siegreiche" hieß, zum absoluten Verlierer wurde? Er schüttelte den Kopf. Paul. Wie das schon klang. Irgendwie ... lächerlich.
AI042 wusste nicht, ob er das Buch mochte. Wahrscheinlich nicht. Aber es war eine angenehme Ablenkung. Ein Protagonist, der durch sein angenehm ruhiges Leben taumelte, und darüber noch lamentierte. Zivilisten. Deshalb brauchen sie Leute wie uns. Solche Gedanken mochte er. Sie gaben ihm Kraft, und Mut. Wie seine Kameraden, nur in ihm drin. Er konnte sie immer bei sich haben. Immer.
Egal, wohin es ihn verschlagen würde.
Er seufzte, und las weiter.
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