Erythia für den Ehrenmann - Eine gesellschaftliche Abhandlung

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Erythia für den Ehrenmann - Eine gesellschaftliche Abhandlung

#1

Beitrag von Kratos » Do 7. Sep 2017, 14:35

Nun noch ein kleines Handbuch über die verschiedenen, gesellschaftlichen Gruppen, die im RPG eine Rolle spielen.
Wie jede andere Liste: Wir haben hier nicht vor, die ganze Gesellschaft aufzugreifen, im wesentlichen werden hier einige Gruppen definiert, die man sich nicht einfach durch Google erklären kann, und angemerkt, ob und wie man sie bespielen kann.
Außerdem wollen wir hier ein wenig Hintergrundwissen vermitteln, und die Stimmung, beziehungsweise, wie die verschiedenen Gesellschaftsgruppen wahrgenommen werden, sich verhalten und wie und wann sie typsicher Weise miteinander interagieren.
Folgende Gruppen werden hier besonders betont:
1. Der Hofstaat
2. Die Kirche
3. Die Lordschaften
4. Der dritte Stand
5. Die Second Sons 
6. Die Jägergilde
7. Die Forstzunft
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Der Hofstaat

#2

Beitrag von Kratos » Do 7. Sep 2017, 14:36

Der Hofstaat in Ravenstone ist sehr konventionell. Die Ehrenämter, und auch die meisten offiziellen Dienste, können lediglich von Adligen ausgeübt werden.
Eine Ausnahme bildet dabei die königliche Garde, was zuerst seltsam scheinen mag, doch damit will man auch versichern, dass das Volk etwas zu verlieren hat, wenn die Königsfamilie angegriffen wird.
Ein Aufstand wird zögerlicher angezettelt, wenn jedem vor Augen steht, gegen die eigenen Brüder, Söhne oder Freunde kämpfen zu müssen. So ist es also möglich, dass ein einfacherer Soldat, der durch Heldenmut zum Ritter wird, bis in die Reihen der Königsgarde aufsteigt, wenn er nur hart genug dafür kämpft. 
 
Die Lordschaften am Hofe, sind dem König am nächsten. Nicht selten lädt er Gleichgesinnte ein, länger dort zu bleiben, um ihm mit Rat und Tat zu dienen - auch, wenn diese Lordschaften mehr und mehr durch Kardinäle, Erzdiakone und andere, theologisch visierte Menschen ersetzt. Kanoniker, Kleriker, sie drängen die klassischen Adligen zwar nicht aus den Ehrenämtern, aber viele Ratgeber des Königs sind dem Heiligen Stuhl näher, als der Monarchie an sich. 

Die Lordschaften, die am Hofe noch Einfluss haben, sind zum größten Teil nicht die Vertrauten des Königs, sondern die der Königin, die nach wie vor das Ohr ihres Gemahlen hat - auch, wenn niemand weiß, wie lange noch. Auch ihr gemeinsamer Sohn - Prinz Jonathan - umgibt sich mehr mit jungen Rittern, als mit alten Lords und Ladys. 

Eine weitere, interessante Person am Hofe, ist der Lord Paramount. 
Der ranghöchste Lord im Reich ist wohl der einzige Lord, der noch in irgendeiner Weise Einfluss auf den König hat. Seine Stellung erlaubt ihm, für das Königshaus zu spionieren, beziehungsweise obliegt ihm auch die Pflicht, Ermittlungen in Verbrechen zu leiten, deren Spuren sich durch mehrere der Grafschaften ziehen, da sein Wort schwerer wiegt, als die der Statthalter und er somit nur dem König Rechenschaft schuldig ist.

Doch, wie an allen Höfen, sollte man sich nie sicher sein, wirklich Freunde zu haben. Wer wo die Fäden zieht, wird erst die Zeit zeigen - und die Geschichte wird verurteilen, oder frei sprechen.
[hr]
Der Hofstaat kann bespielt werden. Bei Interesse an einem Mitglied der Wache, einer Hofdame oder ähnlichem, solltet ihr euch einfach mit den Spielern des Hauptmannes der Garde, des Königs et cetera in Kontakt setzen. Grundsätzlich sind Anfragen aller Art erwünscht, immerhin soll das ganze ja auch florieren. 
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Die Kirche

#3

Beitrag von Kratos » Do 7. Sep 2017, 14:47

Die christliche Kirche spielt in Erythia eine große Rolle.
Jede Grafschaft ist auch ein eigenes Erzbistum, sodass es vier Erzbistümer in Erythia gibt. Und dreizehn Bistümer insgesamt. Die Bistümer werden von Bischöfen geleitet, die dem jeweiligen Erzbischof, und natürlich dem Papst, unterstellt sind.

In jedem Bistum gibt es eine Kathedrale, die zumeist in der Hauptstadt der Grafschaft steht. Dies ist jedoch nicht überall der Fall, und in den Grafschaften, in denen das nicht so ist, ist das zumeist ein Zeichen dafür, dass der Einfluss der Kirche dort nicht so groß ist, wie in anderen.

Die Kathedralen werden vom Bischof geleitet, der zugleich auch der Abt des Mönchsklosters ist, das sich um die Instandhaltung der Kathedralen und um die Einhaltung der göttlichen Gesetze kümmert. Die Priester unter ihnen lesen die Messen und nehmen die Beichte ab, während ihre Brüder den Acker des Herrn bearbeiten.
Sollte es zu einem Ketzerprozess kommen, sitzen die Würdenträger des Klosters zu Gericht, der Bischof ist dabei der Richter. Der Kläger kann sowohl Geistlicher als auch Weltlicher sein.

Auch gibt es viele Priester, die keinem Orden angehören, sondern frei ihren Pflichten nachgehen. Auch diese sind den Bischöfen unterstellt, nicht aber den Mönchen ohne Weihe, denen sind sie übergeordnet. Diese Priester unterhalten zumeist kleine Kirchen oder Kapellen in ländlicheren Gegenden, oderArmenvierteln und verdienen sich ihr Brot mit Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen.

Zwar gibt es keine Priesterinnen, aber es gibt Nonnenkonvente in Erythia. Die meisten dieser Konvente findet man an Wallfahrtsorten oder Kathedralen, wo sie sich das Gelände mit Mönchen teilen.

Der größte dieser Konvente ist in Greatfall: Der Konvent der lieben Mutter Christi ist mit Abstand der wohlhabendste Nonnenkonvent ganz Erythias. Neben zwei Gästehäusern gibt es dort sogar ein eigenes Badeshaus für Kranke, und ein Hospital für Kranke, sowie eine Halle, in der beispielsweise zu Krisenzeiten viele weltliche Besucher untergebracht werden können.
Die Nonnenkonvente finanzieren sich nur zu einem sehr kleinen Teil aus Kollekten, aber, da sie in die Jagd nach Ketzern nicht eingebunden werden, vertrauen die meisten Menschen ihnen mehr, als den Mönchen und lassen sich von ihnen behandeln oder suchen Trost bei ihnen, wenn beispielsweise Familienangehörige verstorben sind.
Dementsprechend werden sie oft mit reichen Spenden bedacht oder erben sogar ganze Landstriche. Außerdem verkaufen sie ihre Arzneien auf dem Markt, und Abschritften von Gebetsbüchern.
Mutter Cäcilia, die den Konvent leitet, ist außerdem eine der wenigen Oberinnen, die es offen wagen, gegen die Bischöfe zu rebellieren. Da sie finanziell vollkommen unabhängig sind, beziehungsweise dem Kloster der Mönche sogar oft Geld leihen, ist die Oberin sich sicher, dass man ihr es durchgehen lässt. Sie ist eine stolze, strenge, aber auch sehr gütige Frau und gewehrt vorzugsweise Frauen, die um Asyl bitten, wenn es um Hexenverfolgungen geht, oft sämtliche Unterstützung, die sie aufbringen kann.
Der Bischof von Greatfall, Bischof Godwyn, ist einer der mächtigsten Männer des Landes, denn in der Rangfolge steht er direkt unter dem Erzbischof.
Er ist ein selbstbewusster Mann, aber auch gnadenlos und im Auftrag seines Herrn und Schöpfer, tut er alles, was in seiner Macht steht, um Ketzer zu jagen und zur Strecke zu bringen. Im keinem Bistum des Landes gibt es so viele Hexenverbrennungen, wie in Greatfall. Godwyn ist außerdem ein Mann, der sich am Besitz der Menschen, die er hinrichten lässt, bereichert, weshalb viele ihm nachsagen, dass er primär auf das Geld, welches das Kloster häufig benötigt, aus ist.
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Die Lordschaften

#4

Beitrag von Kratos » Do 7. Sep 2017, 14:48

Der Adel Erythias unterteilt sich in zwei weitere Klassen. Die Statthalter und den gewöhnlichen Adel.

Die Statthalter waren vor der Einigung die Königsfamilien der jeweiligen Fürstentümer, in denen sie heute Statthalter sind. Sie sind die mächtigsten Familien in ihren Fürstentümern und die Stellvertreter des Königs. Unter ihre Aufgaben fallen beispielsweise die Verwaltung des Fürstentums, Einzüge der Steuern, ihre eigene Verteidigung, in Notsituationen auch die Verteidigung von Ravenstone mithilfe ihrer Armeen und die individuelle Gesetzgebung und Rechtssprechung. Letzteres sorgt dafür, dass es auch nach der Einigung üblich ist, dass es in jedem Fürstentum durchaus unterschiedliche Gesetze geben kann. Die Strafverfolgung ist nach der Einigung allerdings deutlich einheitlicher.
Die Statthalterfamilien sind:
Die Leonels im Fürstentum The Bay
Die Andurils im Fürstentum The Seas
Die Kaynes im Fürstentum The Halls

Der gewöhnliche Adel setzt sich aus allen kleineren Adelsfamilien zusammen, die vor der Einigung entweder Statthalter der jeweiligen Könige waren, an deren Höfen heimisch oder Landgüter in den Fürstentümern besaßen. Viele dieser Familien sind nach der Einigung beinah unbedeutend geworden und haben beispielsweise die Ränge als Statthalter, da ihre Könige nun selbst Statthalter wurden, oder aber Besitz verloren, der entweder an den König oder zurück an die höchste Adelsfamilie ging. Auch der Verlust von Titeln war keine Seltenheit, gerade, wenn diese Familie gegen die Einigung gekämpft hat. Viele ehemals große Namen sind nun kaum noch bekannt.
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Der Dritte Stand

#5

Beitrag von Kratos » Do 7. Sep 2017, 14:49

Der dritte Stand ist die größte Gruppe Erythias. Sie sind die gemeinen „Bürger“, und können Händler, Kaufleute, aber auch Söldner, Heiler und Gelehrte sein.
Die meisten sind allerdings Bauern; und auch einige Leibeigene rechnet man diesem Stand zu, da die Leibeigenschaft nicht in allen Fürstentümern legal ist.
Die Mitglieder des dritten Standes sind spürbar ärmer als die des ersten und zweiten Standes. Die meisten auch ungebildeter. Sie sprechen Thiudisk, die Sprache des Volkes, während die Gebildeten Latein oder Französisch beherrschen.
Lesen können nur die wenigsten; den Frauen ist das sowieso verboten.

Die Berufsvielfalt ist dafür nirgendwo so breit gefächert, wie im dritten Stand: Im Grunde kann man alles werden, wovon man leben kann – außer die Leibeigenen, die müssen dazu die Erlaubnis ihres Herrn einholen.


Schelme

Unter dem dritten Stand steht nur noch eine Gruppe von Menschen: Schelme. Sie sind im Grunde wie Leibeigene, nur, dass sie noch weniger Anrecht auf Besitz und eigene Meinung haben.
Ein Schelm ist ein Sklave, gehalten von einer Lordschaft. Nur die wirklich reichen Lords und Ladys können sich einen Schelm leisten, da sie ihm seinen Lebensunterhalt stellen müssen. Vor allem, sind sie aber dazu verpflichtet, für seine Sicherheit zu sorgen.
Ein Schelm ist dafür da, die Lordschaft zu belustigen – in der Regel auf Kosten anderer. Antipathie, die sie selbst nicht aussprechen können, da es sich nicht schicken würde, wird durch den Schelm übermittelt, weshalb diese meist keine besonders beliebten Zeitgenossen sind – und oft eines vorzeitigen Todes sterben.
Die Dienste, die ein Schelm seinem Herrn leistet, hören nicht zwangsläufig bei den offiziellen Einsetzungsmöglichkeiten auf. Als Sklave ist es dem Herrn gestattet, ihn auch als Spion, Boten, oder was immer er möchte einzusetzen, solange er ihn dabei nicht nachhaltig verstümmelt, oder tötet.
Ein Schelm kann nicht gezwungen werden, Schelm zu werden. Sie müssen dies freiwillig tun, oder zumindest einwilligen. Sie haben keinen Namen mehr, und tragen bei der Arbeit Masken; eher humoristische als furchterregende; um ihre Gesichter zu verbergen.
Treffen zwei Schelme einander, so reden sie sich mit dem Nachnamen der Lordschaft an, der sie gehören. Schelm Anduril und Schelm Sudin, zum Beispiel.
Zwei Schelme in einem Haushalt sind eher ungewöhnlich, werden dann aber durch „der jüngere“ oder „der ältere“ unterschieden; zugeordnet nach dem Alter ihres Besitzers.
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Die Second Sons

#6

Beitrag von Kratos » Do 7. Sep 2017, 14:49

Bei den Second Sons handelt es sich um das größte und berühmteste Söldnerheer von Greatfall. Ihr Kommandant ist Genesis Stormborn, der Bastardsohn Lord Andurils und einer unbekannten Geliebten.
Die Second Sons sind nicht nur für ihre unglaublichen Kämpfer und geschickten Taktiker bekannt, sondern auch dafür, dass sie jedem eine Chance geben, sich in ihren Reihen zu beweisen. Seien dies nun die Zweitgeborenen, die vom Erbe ihrer Väter nicht viel abbekommen, Waisenkinder, Krüppel oder streunende Hunde, im wortwörtlichen und metaphorischen Sinne. Nicht jeder von ihnen muss Soldat werden, denn in solch einem großen Heer gibt es immer Aufgaben, die zu erfüllen sind. Köche, Stallburschen, Kartenzeichner, Schmiede, Heiler...eigentlich wird jedes Talent hier sinnvoll eingesetzt. Sogar Diebe und Kopfgeldjäger könnten sich hier wohlfühlen, sollte die Jägergilde keine Option für sie sein.
Das Lager, wenn es einmal aufgeschlagen ist, wirkt beinah wie eine eigene Stadt. Dadurch, dass die Second Sons so viele Mitglieder haben und zusätzlich zu den Soldaten noch viele andere Berufe ausgeübt werden, braucht es entsprechend viel Platz, alle unterzubringen.
Es ist selten, dass sich jemand das gesamte Heer leisten kann. Meistens werden kleinere Trupps losgeschickt. So ist es auch möglich, dass mehrere Aufgaben gleichzeitig angenommen und erledigt werden und das Gold scheinbar immer fließt.
Die Second Sons können nicht nur für die Kriegsführung eingesetzt werden. Zu ihren zusätzlichen Diensten zählen ebenso bezahlte Schläger, Leibgarden, strategische Unterstützung und beinah alles, was man sich vorstellen kann - wenn man sich traut, nachzufragen. Ihre Aufträge reichen inzwischen sogar über die Grenzen Erythias hinaus.
Normalerweise zieht das Heer durchs Land, momentan haben sie ihr Lager allerdings vor Greatfall aufgeschlagen und scheinen erst einmal dort zu bleiben. Bemerkenswert, da es das erste Mal in acht Jahren ist.
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Die Jägergilde

#7

Beitrag von Kratos » Do 7. Sep 2017, 14:50

In Greatfall ist eine Gruppe heimisch, die es so nur einmal in den dreizehn Königreichen gibt: Die Jägergilde.
Entgegen der ersten Vermutungen, geht es in der Jägergilde nicht um die Jagd.
Zumindest nicht um die klassische. Sie jagen, in der Regel, keine Tiere, sondern andere Beute:
Schätze, Wertgegenstände, und Menschen.
Die Jägergilde ist eine Gilde der Abenteurer, der Schatzsucher - vor allem aber, der Diebe und der Kopfgeldjäger.
Trotz der Ziele, die sich am Rande des gesellschaftlichen Konsenz' bewegen, ist die Gilde äußerst gut organisiert.
Es gibt einen Gildenführer, der die Geschäfte organisiert, Aufträge verteilt und dafür sorgt, dass niemand in irgendwelchen Gefängnissen verrottet.
Ihm unterstellt ist ein Quartiermeister und ein Außenposten.
Die Mitglieder der Gilde bewegen sich am Rande der Gesetze, doch sie werden weitestgehend akzeptiert, denn man kann ihnen ihre illegalen Machenschaften nicht nachweisen. Die Jagd auf Kopfgelder ist nicht illegal, und sie bezahlen gut dafür, dass sie von den Kopfgeldern, die die einzelnen Grafschaften aussetzen, immer zuerst erfahren. Die Diebstähle und Raubzüge kann man ihnen nur schwerlich, und nie handfest nachweisen. Vor allem aber, haben sie reiche Förderer und viele Adelsfamilien, die jederzeit für die Gesetzeskonformität der Gilde bürgen würden. Denn, man kann über die Anführer der Gilde viel sagen, aber nicht, dass sie dumm wären.
Einen Vertrag mit der Gilde auszuhandeln, ist nicht einfach. Zuerst einmal muss man sie finden. Bestimmten Menschen im Königreich wird nachgesagt, Kontakt zu ihnen herstellen zu können, doch diese Menschen machen das natürlich nicht umsonst; die Jägergilde zu kontaktieren, erfordert das nötige Kleingeld, oder Talente, die ihn, oder sie interessant machen.
Die Menschen, die den Kontakt herstellen können, kontaktieren den Außenposten der Gilde. Dieser schließt einen Vertrag ab, und nimmt die Bezahlung entgegen - bezahlt wird immer in Vorkasse.
Der Außenposten gibt die Einzelheiten, sowie das Geld an den Gildenführer ab, der den Auftrag weitervermittelt und die Einzelheiten plant.
Der Quartiermeister ist derjenige, der sich um die Leute kümmert, die nicht aufgrund des Geldes, sondern aufgrund der Fähigkeiten Kontakt zur Gilde herstellen können. Er unterzieht sie Eignungsprüfungen, und ist in erster Linie für den Unterricht, und vor allem die Rekrutierung zuständig.
Die Mitglieder der Gilde ziehen sich zumeist aus dem eigentlichen Leben zurück; die Gilde stellt Betten, Rüstungen, Essen - im Grunde alles, was man fürs leben braucht, sodass viele sich nur noch in ihrer Wahlfamilie - der Gilde - aufhalten.
Wer einmal den Status des Rekruten hinter sich gelassen, und damit ein vollwertiges Mitglied ist, hat sich das Anrecht verdient, einen neuen Namen zu wählen. Es ist der Name, mit dem man angesprochen wird, ein Deckname, der die Mitglieder zusätzlich schützen soll.
Auch haben sie sich das Recht verdient, bei der Wahl des Gildenführers ihre Stimme abzugeben. Natürlich nur, wenn ein neuer Gildenführer gewählt wird; das passiert nur, wenn der letzte stirbt.
Die größte, bekannte Besonderheit der Jägergilde ist es, dass Frauen hier zu gleichen Konditionen, wie Männer aufgenommen werden. Sie machen keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern, und werden derzeit sogar von einer Frau geführt.
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Die Forstzunft

#8

Beitrag von Kratos » Mo 11. Dez 2017, 16:26

Die Forstzunft ist eine Gruppierung von Jägern und Förstern, die für die Pflege der herrschaftlichen Wälder, die Ernennung und das Bereitstellen der Jagdaufseher zuständig ist.
Die Forstzunft gibt es in allen vier Teilen des Reiches, und sie sind den jeweiligen hohen Herren (also den Statthaltern, oder direkt dem König) unterstellt.
Ein Mitglied der Forstzunft hat die Erlaubnis, im jeweiligen Teil des Landes zu jagen, und das erjagte Wild zum Teil auch zu verkaufen. Dabei wird so geteilt, dass ein Viertel an den Herrn geht, ein Viertel der Zunft selbst zur Verfügung steht, und der Rest frei verkauft werden darf. Wichtig ist dabei, dass der Herr auch bestimmte Menschen vom Verkauf ausnehmen kann, beispielsweise für eine Kollektivstrafe.
Die Forstzunft hat eine Zunfthalle, und in der Regel daran angeschlossene Wohnstätten. Frauen ist es untersagt, zu jagen. Sie kümmern sich in die Instandhaltung des Zunfthauses, begleiten ihre Männer, sollten sie als Jagdpfleger einberufen werden, und sind auch für die gemeinschaftlichen Mahlzeiten zuständig.
In die Zunft wird man nicht direkt hineingeboren; ein Junge, dessen Vater Jäger war, darf nicht bei ihm in die Lehre gehen, sondern muss von einem anderen Jäger ausgebildet werden. Dennoch haben sie in der Regel bessere Chancen, die Prüfungen zu bestehen.
Ein Mädchen, das in eine Familie, die nicht der Forstzunft angehört, einheiratet, muss der Zunfthalle natürlich ebenfalls den Rücken kehren. Die aktiven Jäger tragen alle den Beinamen Hunter; sollte sich ein Name doppeln, so wird der Name des Vaters noch angesetzt: Jack Michaelson Hunter beispielsweise.
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