Vorgeschichte

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Kratos
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Vorgeschichte

#1

Beitrag von Kratos » Mo 5. Feb 2018, 11:14

Hier bekommt ihr einen Überblick über die Vorgeschichte des RPGs. Sowohl Ereignisse, die direkt storyrelevant sind, als auch solche, die etwas weiter in der Vergangenheit liegen, aber wichtig genug waren, als dass jeder mal etwas von ihnen gehört haben sollte.
Außerdem werden hier einige der berühmten Gruppierungen näher erläutert, denen man nicht beitreten kann.
Natürlich gibt es tausend Geschichten, die in den letzten Ären passierten. Hier wird allerdings besonders die Oblivionkrise, die Wiedererstehung des Aldmeri-Bundes, das Weißgoldkonkordat und der Markarth-Vorfall behandelt. Wer noch mehr wissen möchte, dem empfehle ich die Bibliothek ganz herzlich.

Schnellübersicht:

Die Oblivionkrise: 3Ä 433 (letztes Jahr der Dritten Ära)

Das Rote Jahr: 4Ä 5 (Explosion des Roten Berges)

Der Aufstieg des Aldmeri-Bundes: 3Ä 433 - 4Ä 168

Der Große Krieg: 4Ä 171 - 4Ä 175

Das Weißgoldkonkordat: 4Ä 175 (Der Friedensvertrag, der den Großen Krieg beendete)

Der Markarth-Vorfall: 4Ä 176 (Auslösung des Bürgerkrieges in Himmelsrand)

Die Oblivion-Krise
Als die Oblivion-Krise bezeichnet man die Ereignisse, die sich zwischen der Ermordung des Kaisers Uriel Septim VII und der Schlacht um die Kaiserstadt im Jahre 3Ä 433 zutrugen. Diese Zeit war eine der härtesten Bewährungsproben, die das Kaiserreich von Tamriel durchstehen musste und beendete sowohl die Herrschaft der Septim-Dynastie als auch die Dritte Ära.

Vorgeschichte und Ausgangslage

Das Kaiserreich von Tamriel war um das Jahr 3Ä 433 herum oberflächlich gesehen in einer guten Verfassung. Die Wirtschaft florierte, die Steuereinnahmen sprudelten und äußere Feinde waren nicht in Sicht. Die Usurpation des Jagar Tharn war beendet und die Einheit des Reiches wieder einmal hergestellt worden. Im abgelegenen Vvardenfell hatte der Nerevarine den falschen Gott Dagoth Ur vernichtet und dieser Bedrohung ein Ende bereitet. Als Nebeneffekt verlor das Tribunal zusehends an Macht und Einfluss. Ebenfalls dank des Nerevarine konnte auf der einsamen Insel Solstheim eine kaiserliche Legion ihr Lager aufschlagen und eine Minen-Kolonie gegründet werden. Das Wunder des Friedens, auch allgemein bekannt als "Verwerfung im Westen", das die sich zankenden Kleinkönigtümer in der Region um die Iliac Bucht in die wohlgeordneten, friedliebenden heutigen Grafschaften Hammerfell, Sentinel, Wegesruh und Orsinium verwandelte, war ebenfalls ein großer Erfolg.

Aber unter dieser goldenen Oberfläche verbargen sich Spannungen und Intrigen. Die wichtigsten Punkte werden nun im Folgenden aufgeführt.

Die Usurpation des Jagar Tharn hatte für große Schäden gesorgt, an deren Folgen das Kaiserreich noch lange Leiden sollte. Obwohl die wirtschaftlichen Schäden von Tharns Misswirtschaft rasch beseitigt wurden, hatte der Kaiser als Institution einen schweren Schaden erlitten. Die Bevölkerung des Reiches war verunsichert und in manchen Gegenden des Reiches wurde die Usurpation von Jagar Tharn als bloße Propagandaerfindung, die von den Problemen des Reiches ablenken sollte, aufgefasst. Hartnäckig hielten sich Gerüchte über eine große Verschwörung, die angeblich das Militär zusammen mit einigen großen Adelshäusern ausgeheckt hatte. Ziel dieser Verschwörung war es angeblich, den Kaiser zu stürzen. Jagar Tharn war demnach nur ein Werkzeug der Verschwörer und die wahren Fädenzieher im Hintergrund waren unbekannt geblieben. In diesen Kontext gehört auch das hartnäckige Gerücht, welches im gesamten Kaiserreich von Tamriel verbreitet war und das besagte, dass die Söhne von Uriel Septim VII lediglich von Jagar Tharn geschaffene Phantome seien. Dieses Gerücht verursachte einige Unruhe unter den Adelshäusern und der Bevölkerung.

Separatistische Bewegungen: Durch die Unruhe, die das Regime von Jagar Tharn gebracht hatte und dem damit verbundenen Ansehensverlust des Kaiserreiches wurden vor allem die vielen verschiedenen separatistische Bewegungen gefördert. Die Gemeinsamkeit dieser Bewegungen war ihr erklärtes Ziel, die Unabhängigkeit vom Kaiserreich zu erlangen. Besonders stark waren diese Gruppen in Morrowind und Elsweyr, also in Gegenden, in denen eine kritische Einschätzung des Kaiserreiches vorherrschend war. Waren die separatistischen Bewegungen lange Zeit kaum eine Bedrohung gewesen, so stellten in den 40er Jahren des 4. Jahrhunderts der Dritten Ära die steigende Zahl von Attentaten, Überfällen auf Militärposten und Entführungen die Fähigkeit der Kaiserlichen Legion in Frage, mit diesen Bewegungen fertig zu werden. Denn diese Gruppen spezialisierten sich auf eine Guerillakriegsführung, die den kaiserlichen Truppen in den Wäldern Elsweyrs, den Sümpfen Schwarzmarschs und den Aschlanden Morrowinds gewachsen war. Erschwerend kam noch die Unterstützung durch weite Bevölkerungsteile hinzu. Auch innerhalb des Ältestenrates war die Besetzung, speziell der Ostprovinzen, nicht unumstritten.

Der Nerevarine stellte eine nicht leicht einzuschätzende Kraft dar. Er hatte zwar mit der Vernichtung Dagoth Urs, der Schwächung des Tribunals und der Etablierung des Kaiserreiches auf Solstheim zu Gunsten des Kaisers gewirkt; doch die alte Prophezeiung nach der der Nerevarine die "Fremdländer aus Morrowind vertrieb" schwebte wie ein Damoklesschwert über der kaiserlichen Herrschaft Morrowinds. Der Kaiser wusste, würde der Nerevarine die Dunmer zum Freiheitskampf führen, hätte das Reich dem kaum etwas entgegenzusetzen. Das alte Nationalgefühl und die Erinnerung an die einst große Nation von Morrowind waren wiedererwacht. Nicht wenige am Kaiserhof werden erleichtert aufgeatmet haben, als der Nerevarine zu einer Expedition nach Akavir aufbrach.
Die Schwäche des Kaisers: Uriel Septim VII hatte durch seine Gefangenschaft in Oblivion teilweise schwere physische und psychische Schäden erlitten. Obwohl die erneute Übernahme der Regierungsgeschäfte reibungslos verlief und der alte Zustand vor Jagar Tharns Usurpation rasch wiederhergestellt wurde, war Uriel Septim VII nicht mehr der Alte. Er war seit seiner Gefangenschaft zusehends pessimistisch und konservativ geworden, die Lebendigkeit seiner Jugend war dahin. Der Kaiser fühlte sich körperlich und seelisch ausgelaugt. Sein altes Leben, das unter dem Einfluss von Jagar Tharn stand, hasste er regelrecht. Uriel Septim VII zog sich immer mehr zurück und gab einen Teil seiner Regierungsgeschäfte an den Lordkanzler Ocato ab.
Wir sehen also, trotz der glänzenden Situation in der sich das Kaiserreich zu Beginn des Jahres 3Ä 433 auf den ersten Blick präsentierte, brodelte es unter der Oberfläche.

Die Ermordung des Uriel Septim VII und seiner Söhne: Der Beginn der Krise.

Die Ermordung des Kaisers am 27. der Letzten Saat gilt allgemein als Beginn der Oblivion Krise. Die Hintergründe seiner Ermordung sind bis in den heutigen Tag nicht vollständig aufgeklärt.

Bekannt ist nur, dass die Attentäter Anhänger des daedrischen Geheimkultes Mythische Morgenröte waren. Der Plan zur Ermordung des Kaisers und seiner Erben war nicht nur genial, auch die Vorbereitungen zeugten von hoher Präzision und Einfallsreichtum. Die Mörder müssen Informanten im Kaiserlichen Palast gehabt haben, nur so ist zu erklären, dass sie genau über den Aufenthaltsort von Uriel Septim VII und seiner Söhne bescheid wussten. Es wird angenommen, dass der Kaiser und seine Erben zeitgleich angegriffen wurden. Aber der mörderische Plan der Verschwörer ging nicht auf. Kaiser Uriel Septim VII gelang die Flucht. Seine Söhne hatten allerdings nicht so viel Glück, sie fielen unter den Klingen der Attentäter. Der Kaiser flüchtete mit einer kleinen Gruppe seiner Leibwache, welche traditionell von den Klingen gestellt wurde, aus dem Kaiserpalast in das Gefängnis der Kaiserstadt. Von dort hoffte er durch einen Geheimgang unerkannt aus der Kaiserstadt zu fliehen. Sein Plan ging allerdings nicht auf, die Attentäter wussten von dem Geheimgang und der Kaiser lief ihnen genau in die Falle. Über die genaueren Umstände ist wenig bekannt, auch wurden Gerüchte über einen bei der Flucht des Kaisers geflohenen Gefangen nie offiziell bestätigt. Der Tod des Uriel Septim VII und seiner Söhne stürzte das Reich in eine schwere Krise. Es war kein weiterer Erbe bekannt, alle Angehörige der Septim-Dynastie galten als tot. Doch die schwerste Belastungsprobe stand dem Reich erst noch bevor. Uriel Septim VII wurde in einer feierlichen Prozession zusammen mit seinen Söhnen in den Kaisergräbern neben seinen Ahnen bestattet. Er wird dem Reich noch lange als großer Kaiser in Erinnerung bleiben.

Der Sturm beginnt: Der Untergang von Kvatch

Im Südwesten von Cyrodiil liegt die beschauliche Handelsstadt Kvatch. Wenige Tage nach dem Attentat auf Uriel Septim VII öffneten sich vor der Stadt plötzlich seltsame Portale, die unheilsam rot glühten. Diese Portale stellten ein Tor in die Dimension Oblivion, genauer gesagt in das Reich des Daedra-Prinzen der Zerstörung, Mehrunes Dagon, dar. Aus den Portalen strömten Horden von Daedra. Die völlig überraschte Stadtwache wurde überrannt und jeder, der den Daedra in die Quere kam, wurde niedergemacht. Der Graf von Kvatch, Ormellius Goldwein, versuchte verzweifelt, die Burg gegen die Daedra Horden zu halten, doch auch diese war dem Ansturm der Daedra nicht gewachsen. Die Bevölkerung wurde niedergemetzelt, nur wenigen gelang die Flucht aus der Stadt, unter ihnen ein Trupp der Stadtwache. Eine Gruppe von Überlebenden verbarrikadierte sich unter der Führung des Priesters Martin in der Kapelle des Akatosh. Die weltgeschichtliche Bedeutung dieses Priesters war damals noch völlig unbekannt. Die Reste der Stadtwache errichteten vor dem Stadttor, das von einem Oblivion-Tor beherrscht wurde, eine Barrikade, um die Daedra aufzuhalten und die Flüchtlinge zu beschützen.

Ein Daedroth
In dieser scheinbar hoffnungslosen Situation betrat ein neuer Faktor die Bühne und begann seine weltgeschichtliche Rolle zu spielen. Der Held von Kvatch trat ins Rampenlicht. Dieser zuvor völlige Unbekannte tauchte unerwartet vor Kvatch auf und bot der Stadtwache seine Hilfe an. Im Alleingang gelang es ihm, das Oblivion-Tor zu schließen, welches den Weg in die Stadt blockierte. Anschließend konnte nur dank seiner Hilfe die Hälfte der Stadt, einschließlich der Kappelle des Akatosh, zurückerobert werden. Die in der Kapelle eingeschlossenen Flüchtlinge waren gerettet. In der Kapelle wurde die kleine Gruppe der Stadtwache durch einen Trupp der Kaiserlichen Legion gestärkt. Dieser geballten Macht des Reiches waren die Daedra, die sich noch in der Stadt aufhielten, nicht gewachsen. Sie wurden hinweggefegt. Nur noch die Burg befand sich noch in den Händen Daedra. Die dort verschanzten Daedra leisteten hartnäckig Widerstand, erst als der Held von Kvatch durch einen geheimen Tunnel in das Torhaus gelangte und das Haupttor der Burg öffnete, konnte der äußere Hof erobert werden. Der Sturm auf das Innere der Burg kostete viele der Angreifer das Leben. Für den Grafen kam allerdings jede Hilfe zu spät, er war bereits zuvor von einem Daedra getötet worden. Nachdem die Schlacht geschlagen war, verschwand der Held von Kvatch zusammen mit dem Priester Martin. Wohin sie gingen ist nicht bekannt. In den folgenden Wochen wurde der Held von Kvatch in ganz Cyrodiil gesehen. Allerdings gab er nicht viele Informationen preis.

Die Barriere zwischen Mundus und Oblivion bricht: Die Krise auf dem Höhepunkt

Offenbar hatte das Verlöschen der Drachenfeuer die Grenze zwischen unserer Welt und der Welt von Oblivion immer durchlässiger gemacht. In den auf den Untergang von Kvatch folgenden Wochen öffneten sich in ganz Tamriel Oblivion-Tore, aus denen Daedra hervorkamen. Sie besetzten wichtige Punkte und lieferten sich heftige Gefechte mit den Verteidigern des Reiches. Allerdings fehlte, bei allem Heldenmut, den Soldaten des Kaisers das Wissen wie die Portale zu schließen waren. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als die Oblivion-Tore zu bewachen und jeden Daedra zu töten, der aus ihnen hervortrat. Dadurch dass die Portale sich in ganz Tamriel verstreut öffneten, war der Ältestenrat gezwungen, die Kaiserliche Legion über das ganze Reich zu verteilen. Diese Zersplitterung der Truppen entsprach offenbar dem Plan der Verschwörer.

Besonders viele Aktivitäten der Daedra und ihrer menschlichen Verbündeten fanden um die Stadt Bruma im Norden Cyrodiils statt. Mit Hilfe des Helden von Kvatch gelang es der Stadtwache von Bruma, ein Tor zu schließen, welches sich direkt vor der Stadt geöffnet hatte. Natürlich weiß man heute, was die Daedra nach Bruma verschlug: Im nahen Wolkenherrscher Tempel bereitet sich der frühere Priester Martin Septim, welcher in Wahrheit ein uneheliches Kind von Uriel Septim VII war, auf seinen großen Tag vor. Damals war das freilich nicht bekannt und auch heute gibt es viele offenen Fragen. Über die Zeit im Wolkenherrscher wurde recht wenig an die Öffentlichkeit preisgeben.

Die Schlacht von Bruma: Der Aufstieg eines neuen Kaisers

Dass Bruma in unmittelbarer Gefahr war, war Martin Septim klar. Er schickte daher seine rechte Hand, den Helden von Kvatch, los, um die Grafschaften von Cyrodiil um Hilfe für Bruma zu bitten. Der Held von Kvatch erfüllte seine Aufgabe wie immer hervorragend. Es gelang ihm jeden Grafen und jede Gräfin zu überzeugen, Hilfe nach Bruma zu entsenden. Anscheinend schloss er dabei auch noch die Oblivion-Tore, die sich vor den Städten Cyrodiils aufgetan hatten. Lediglich der Ältestenrat musste seiner Bitte nach Hilfe eine Absage erteilen, denn die Legion war im ganzen Reich in heftige Kämpfe verwickelt und konnte nicht helfen.

Die vereinten Truppen aus ganz Cyrodiil sammelten sich in Bruma. Martin Septims Plan war riskant, er wollte sich in Bruma offen als Abkömmling der Septim Dynastie zu erkennen geben und damit einen Angriff der Daedra provozieren. Da die Daedra bereits bei ihrem Angriff auf Kvatch ein großes Oblivion-Tor geöffnet hatten, gingen die Strategen im Wolkenherrscher-Tempel offenbar davon aus dass das auch bei einem Angriff in Bruma der Fall sei. Warum Martin Septim unbedingt ein funktionierendes Oblivion-Tor benötigte, entzieht sich leider der Kenntnis der breiten Öffentlichkeit. Nur wenigen ausgewählten Historikern ist der Zugang zu den Dokumenten des letzten Septim gewährt. Nach allem, was bisher bekannt ist, benötigte man wohl einen besonderen Stein, der als Verankerung für die Portale in der Oblivion-Ebene genutzt wird, für ein geheimes, magisches Ritual.


Die Daedrische Belagerunsraupe
Wie dem auch sei, Tatsache ist, dass Martin Septim sich nun endlich als Sohn des Uriel Septim VII zu erkennen gab. Auf dem Weg aus der Stadt zum Schlachtfeld wurde er von der Bevölkerung ausgiebig gefeiert. Die Schlacht selbst fand in einiger Entfernung zu Bruma statt. Die Kräfte der cyrodiilischen Grafschaften konnten die Daedra in Schach halten. Die Daedra öffneten drei kleinere Tore und ein großes. Durch das große Tor bahnte sich einen riesige Daedrische Belagerunsraupe ihren Weg nach Cyrodiil. Wieder einmal war es der Held von Kvatch, der den entscheidenden Ausschlag zugunsten der Menschen gab. Während das Schlachtgetümmel tobte, gelang es ihm, durch das große Oblivion-Portal in die Oblivion-Ebene einzudringen und das große Tor und damit auch die kleineren Tore zu schließen. Die Daedra waren geschlagen und der Plan des Martin Septim war voll aufgegangen. Aber der Erfolg wurde mit einem hohen Preis bezahlt. Zahlreiche Soldaten der verschiedenen Grafschaften verloren ihr Leben in dieser Schlacht. Ihr Opfer wird nicht vergessen werden. Martin Septim hatte also sein Ziel erreicht. Er zog sich mit dem Helden von Kvatch in den Wolkenherrscher-Tempel zurück. Was in dieser Zeit dort geschah, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Das es sich um etwas sehr wichtiges gehandelt haben muss, ist offensichtlich.

Der Angriff auf die Kaiserstadt
Martin Septim beschloss, in die Kaiserstadt zu reisen, um dort sein Erbe anzutreten. Er wollte den Kaiserthron besteigen und die Drachenfeuer wieder entzünden und somit der Invasion ein Ende bereiten. Die Nachricht von der wahren Herkunft Martins hatte sich bereits im ganzen Kaiserreich verbreitet und gab den vom Kampf gegen die scheinbar nie endenden Daedra-Ströme ausgelaugten Streitkräften des Reiches neue Hoffnung. Auch der Ältestenrat war bereit den Anspruch Martin Septims auf den Thron als rechtmäßig anzuerkennen und ihn zum Kaiser von Tamriel zu krönen.

Mit einer kleinen Eskorte, zu der auch der Held von Kvatch, oder wie er nach der Schlacht von Bruma auch genannt wurde, der Retter von Bruma, gehörte, reiste Martin Septim in die Kaiserstadt. Dort angekommen begab sich die Gruppe unverzüglich zum Kaiserpalast, um vom Lordkanzler Ocato zu fordern, Martin Septim als rechtmäßigen Kaiser anzuerkennen. In dem Augenblick, in dem sie den Palast erreichten, brach im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle los. Der lang geplante Angriff auf die Kaiserstadt begann. Angeführt wurde die Invasions-Armee durch Mehrunes Dagon selbst. Die immer schwächer werdende Barriere zwischen Mundus und Oblivion hatte sich endgültig aufgelöst. In der gesamten Kaiserstadt öffneten sich Oblivion-Tore. Hunderte von Daedra stürmten hervor und verwandelten die Kaiserstadt in ein blutiges Schlachtfeld.

Der goldene Drache der Mehrunes Dagon besiegte
Verzweifelt versuchten sich Martin Septim und der Held von Kvatch zum Tempel des Einen im Tempelbezirk durchzuschlagen, um dort die Drachenfeuer zu entzünden. Trotz heftigstem Widerstand von Seiten der Daedra gelang es ihnen, in den Tempel zu gelangen.

Was nun geschah, ist bis heute ein Streitpunkt zwischen Historikern, Theologen und Literaten. Tatsache ist, dass kurz nachdem Martin Septim und der Held von Kvatch den Tempel betreten hatten, Mehrunes Dagon die Decke des Tempels zerstörte. In diesem Augenblick erschien ein großer glühender Drache. Wer dieser Drache war, ob es Akatosh selbst war oder ob Martin Septim sich verwandelt hat, ist umstritten. Mehrunes Dagon und der Drache kämpften miteinander und der Drache siegte. Mehrunes Dagon wurde aus Nirn verbannt und die Tore zu seinem Reich wurden verschlossen. Die Oblivion-Krise war vorüber.

Auswirkungen in anderen Provinzen

Während der Krise kam es in sämtlichen Provinzen zu starken Angriffen von Dagons Truppen. Jedoch war die Lage in den meisten Provinzen wesentlich ernster als in Cyrodiil, da die Einheimischen von der Legion alleine gelassen wurden. Diese wurde größtenteils zurückbeordert, um Cyrodiil und seine Einwohner zu schützen.

So hörte man zum Beispiel, dass in Morrowind die Telvanni mehr oder weniger erfolgreich versuchten die Tore durch magische Barrieren zu versiegeln. Jedoch gab es auch Berichte von schweren Verlusten der Redoran bei der Verteidigung von Ald'ruhn.

Auch in Schwarzmarsch waren die Auswirkungen der Oblivion-Krise zu spüren. Hier öffneten sich ebenfalls Obliviontore, jedoch riefen die Hist alle Völker der Argonier nach Schwarzmarsch zurück, so dass sie gemeinsam gegen die Streitkräfte von Mehrunes Dagon vorgingen und diese wieder ins Reich des Vergessens zurücktrieben.

Folgen
Die Folgen für das Kaiserreich waren schwerwiegend. Viele Soldaten und Zivillisten hatten in den Kämpfen das Leben verloren. Die Septim Dynastie existierte nicht mehr. Das Kaiserreich von Tamriel stand ohne Kaiser da.

Provisorisch übernahm der Ältestenrat die Amtsgeschäfte. Er wurde schon bald mit schwerwiegenden Problemen konfrontiert. Die Auslöschung der Septim-Dynastie ließ die verschiedenen Separatistengruppen erstarken. Gerüchte über eine Sezession machten die Runde.

Im Laufe der Jahrhunderte nach der Krise, entwickelte sich eine neue Feindseligkeit gegenüber den meisten Daedra-Anbetern, und die Wächter von Stendarr wurden ins Leben gerufen, eine Vereinigung, die Daedra-Anbeter, Vampire, Hexenraben, aber auch Totenbeschwörer und Werwölfe jagte.

Kontroversen
Über die Oblivion Krise ist in der Wissenschaft eine Reihe von Diskussionen ausgebrochen. Hier ein paar wichtige Streitpunkte:

Die Rolle der Mythischen Morgenröte: Hatte sie Mithelfer im Kaiserpalast?
Die Rolle des Helden von Kvatch: Woher kam er? Wie ist sein Name?
Die Rolle der andern Daedra-Prinzen: Warum griff nur Mehrunes Dagon Tamriel an?
Die Rolle der anderen Kontinente: Waren die anderen Kontinente wie etwa Akavir auch von der Invasion betroffen?
Wer war der Drache der Mehrunes Dagon besiegte?

Mythische Morgenröte
Die Mythische Morgenröte war ein Kult um den Daedrafürsten Mehrunes Dagon herum. Ihr Ziel war es, den Kaiser zu ermorden, um so die Tore nach Oblivion zu öffnen, was ihnen schließlich auch gelang.
Nach der Oblivionkrise wurde die Mythische Morgenröte aufgelöst, oder löste sich selbst auf.

Der dritte Aldmeri-Bund
In der Vergangenheit hat es bereits zwei Aldmeri-Bünde gegeben, der aktuelle, dritte Aldmeri-Bund ist im Wesentlichen ein Zusammenschluss aus Hochelfen und Waldelfen, regierend sind jedoch vor allem Thalmor.

Die Thalmor sind ein radikaler Orden, der primär aus Hochelfen besteht. Ihre langfristigen Ziele sind die komplette Auslöschung von Mischvölkern, sowie die Vernichtung aller Menschen, und das Tilgen der Menschen aus der Zeitgeschichte.

Während der Oblivion-Krise fiel mit dem Kristallturm eines der wichtigsten, altmerischen Bauwerke, welcher das Herz der Hochelfen darstellte und ihnen einen sicheren Hafen während der daedrischen Invasion bot.
Nach dem Fall und der Beendigung der Krise durch Martin Septim und den Helden von Kvatch gab sich der Thalmor als der Retter der Altmer aus und nutzte das Vertrauen und die Dankbarkeit der traumatisierten Elfen, um an die Macht zu gelangen.

Der Thalmor begann, Kritiker und Zweifler zu verhaften oder ins Exil zu schicken, und schließlich sogar zu töten. Zudem verübten sie Attentate auf wichtige Personen außerhalb des Bundes, wie Potentat Ocato und die Mähne.
Sobald sie ihre Position genug gesichert hatten, übernahmen sie im Jahr 4Ä 22 die Macht auf den Sommersend-Inseln und stürzten die Monarchen, um selbst zu regieren. Sie benannten die Nation in Alinor um und ermordeten all jene, die nicht von den Altmer abstammten.

Sieben Jahre später übernahm der Thalmor zum zweiten mal die Herrschaft Valenwalds, was in der Gründung des Dritten Aldmeri-Bundes resultierte. Im Jahre 4Ä 98 verschwanden die beiden Monde Masser und Secunda für zwei Jahre vom Himmel, was die sogenannte Mondkrise war. Nach der Mond-Krise von 4Ä 98 bis 4Ä 100 wandten sich viele Khajiits von dem Kaiserreich ab und den Thalmor zu, da diese behaupteten sie seien für die Rückkehr der Monde verantwortlich. Das hatte zur Folge, dass das Kaiserreich seinen bisher großen Einfluss in Elsweyr verlor und sich aus der Region zurückziehen musste. In nur einhundert Jahren hatte das Kaiserreich, vor allem durch die Oblivion-Krise, sehr viele Gebiete abtreten müssen.

Im Jahr 4Ä 168 wurde der Kaiserliche Thron von Titus Mede II bestiegen, ihm wurde nach knapp drei Jahren ein Ultimatum der Thalmor überbracht. Die Klingen sollten aufgelöst werden und die Verehrung Talos verboten werden, außerdem sollte er große Gebietsabtretung an den Aldmeri-Bund abtreten, doch falls das Ultimatum abgelehnt werden sollte drohten die Thalmor mit Krieg, Titus Mede II akzeptierte die Bedingungen nicht, worauf die Thalmor ihm den Krieg erklärten.

Das Weißgoldkonkordat

Am 30. Eisherbst 4Ä 171 brach dann der große Krieg aus. Dieser Kriegt dauerte bis 4Ä 175 an und wurde durch den Friedensvertrag, das Weißgoldkonkordat, beendet. Der Friedensvertrag fiel jedoch sehr zu Gunsten der Thalmor aus und beinhaltete auch einige Bedingungen des Ultimatiums. Nämlich die Auflösung der Klingen und die Ächtung der Talosverehrung.

Der genaue Wortlaut des Weißgoldkonkordats ist nicht bekannt, allerdings beinhaltet es folgende Punkte:
1. Beendigung des Krieges zwischen dem Kaiserreich und dem Aldmeri-Bund
2. Abtretung großer Gebiete in Südhammerfell
3. Verbot der Verehrung von Talos als Göttlichen
4. Auflösung des Ordens der Klingen
5. Abschluss eines "Bündnisses" zwischen dem Kaiserreich und dem Aldmeri-Bund, welches
5.1 die friedliche Koexistenz der beiden Mächte anerkennt
5.2 es den Thalmor gestattet, auf Reichsgebiet nach Klingenmitglieder und/oder Talosanhängern zu fahnden und diese zur Rechenschaft zu ziehen

Nachdem Hammerfell die Bedingungen des Konkordats nicht anerkennen wollte, wurde es aus dem Kaiserreich ausgeschlossen, allerdings erkämpfte es sich seine Unabhängigkeit vom Aldmeri-Bund.

Der Markarth Vorfall
Durch den seit 4Ä 171 zwischen dem Kaiserreich und dem Aldmeri-Bund tobenden Großen Krieg kam es auch im nicht direkt vom Krieg betroffenen Himmelsrand zu Unruhen. Die Abgeschworenen, eine Gruppe von Einwohnern des Fürstentums Reach im Westen der Provinz nutzten die momentane Schwäche des Reiches aus, rebellierten und übernahmen die Kontrolle über die Fürstentumshauptstadt Markarth. Unter der Führung des Abgeschworenenanführers Madanach erklärte Reach als Königreich der Abgeschworenen. seine Unabhängigkeit von Himmelsrand, welche es bis 4Ä 176 aufrechterhalten konnte.

Im Jahr 4Ä 176 heuerte Jarl Hrolfdir von Reach eine Nordmiliz unter der Führung von Ulfric Sturmmantel, dem Sohn von Jarl Hoag Sturmmantel von Ostmarsch, an, um seinen Truppen bei der Rückeroberung seiner Stadt zu helfen. Die Miliz erklärte sich bereit zu helfen, sofern ihr die freie Glaubensausübung gewährt werden würde. Hintergrund dieser Forderung war das ein Jahr zuvor unterzeichnete Weißgoldkonkordat zwischen dem Kaiserreich und dem Aldmeri-Bund, welches als eine Friedensbedingung das Verbot der Verehrung von Talos als Göttlichen im Kaiserreich vorsah. Der Forderung wurde durch Jarl Hrolfdir nachgegeben, und so kam es 4Ä 176 zur Belagerung von Markarth, welche mit einem Sieg der Nord über die Abgeschworenen endete. Madanach wurde verhaftet und in die Cidna-Mine geworfen, während andere hochrangige Abgeschworene hingerichtet wurden.

Jarl Hrolfdir hielt sein Versprechen gegenüber der Miliz zunächst und gewährte die freie Ausübung des Taloskults in seiner Stadt. Es dauerte jedoch nicht sehr lange bis die Vertreter des Aldmeri-Bundes dahinterkamen und in der geduldeten Verehrung von Talos in Markarth einen klaren Bruch des Weißgoldkonkordats sahen. Dies führte schließlich dazu, dass der Botschafter der Thalmor in der Kaiserstadt Kaiser Titus Mede II zur Rede stellte und ihn auf die etwaigen Folgen des Vertragsbruches – den Wiederausbruch der Kriegshandlungen – hinwies. Um dies zu verhindern sah sich Titus II. gezwungen, eine Armee zur Unterstützung der Thalmor nach Markarth zu entsenden. Die Nord unter Ulfric Sturmmantel weigerten sich, der Vorderung der Thalmor nachzugeben.

Was dann folgte ist nicht genau überliefert. Es ist lediglich bekannt, das Jarl Hrolfdir sich auf die kaiserlich-thalmorische Seite stellte und dabei half, die Rädelsführer um Ulfric gefangen zu nehmen. Es kann daher vermutet werden, dass Hrolfdir seinen Männern entweder den Befehl gab, die Milizionäre zu verhaften oder das der Jarl die Anweisung gab, die Stadttore von Markarth zu öffnen und die Thalmor sowie die kaiserlichen Truppen einrücken zu lassen. Die Rebellen um Ulfric wurden verhaftet und die Talosverehrung in der Stadt durch die Schließung des Talosschreines beendet.

Folgen
Die Fürstentümer im Osten Himmelsrands schlossen sich Ulfric an
Der Markarth-Vorfall markierte einen entscheidenden Punkt in der Geschichte Tamriels. Die Thalmor entsandten eine Gruppe Statthalter unter Ondolemar nach Markarth, um die Aufrechterhaltung des Verbots der Talosverehrung zu überwachen.

Ulfric Sturmmantel und viele andere Nord sahen im Vorgehen von Kaiser Titus II einen Verrat an Himmelsrand. Der Markarth-Vorfall gilt heute als der Auslöser der im Kaiserreich als Rebellion angesehenen Erhebung der Fürstentümer Osthimmelsrands, welche unter der Führung des nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis dem Tod seines Vaters Hoag Sturmmantel zum Jarl von Ostmarsch aufgestiegenen Ulfric und seiner als Sturmmäntel bezeichneten Truppen, in den bis heute andauernden Bürgerkrieg in Himmelsrand mündete.
“After nourishment, shelter and companionship, stories are the thing we need most in the world.”
― Philip Pullman
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